Finanzinstitute in der Türkei sind unter der Aufsicht der BDDK führend bei der erstmaligen Einrichtung von DMARC. Die Verschlüsselung auf der Transportschicht mittels MTA-STS wird branchenweit jedoch nach wie vor kaum genutzt. Ein Teil der Finanzinstitute arbeitet weiterhin mit passiven „p=none“-Richtlinien oder verfügt überhaupt nicht über DMARC, während die Einführung von DNSSEC nach wie vor begrenzt ist.
Behörden des öffentlichen Sektors weisen aufgrund nationaler Cybersicherheitsrichtlinien eine hohe Grundakzeptanz von SPF auf. Die Ausweitung der Richtlinien auf aktive „p=reject“-Regeln verläuft jedoch nur langsam, wobei ein beträchtlicher Teil der Regierungsdomänen weiterhin nur passiv überwacht wird oder über kein DMARC verfügt, während der Einsatz von MTA-STS vernachlässigbar ist.
Öffentliche und private Gesundheitsdienstleister verarbeiten gemäß den Bestimmungen des KVKK große Mengen vertraulicher personenbezogener Daten. Dennoch verlassen sich viele Organisationen im Gesundheitswesen weiterhin auf passive „p=none“-Richtlinien oder verfügen überhaupt nicht über DMARC-Schutz, wodurch die Kanäle zur Patientenabwicklung und die Verwaltungsnetzwerke dem Risiko von Domain-Spoofing ausgesetzt sind.
Bildungseinrichtungen und Forschungsnetzwerke stützen sich in hohem Maße auf passive Überwachungsmaßnahmen. In Verbindung mit einer geringen Akzeptanz von „p=reject“ und fehlenden Authentifizierungsdaten sind Bildungsnetzwerke, Studierendendaten und geistiges Eigentum weiterhin der Gefahr von Phishing-Angriffen ausgesetzt.
Stromerzeuger und Versorgungsunternehmen führen zwar solide SPF-Basisdatensätze, doch ist der Übergang zu einer aktiven Durchsetzung der Ablehnungsregeln noch nicht abgeschlossen. Da ein Teil der Domains weiterhin nur überwacht wird und keine MTA-STS-Verschlüsselung verwendet, bestehen in kritischen Energieversorgungsketten weiterhin Risiken durch das Abfangen von Transitdaten.
Unternehmen aus den Bereichen Rundfunk und digitale Medien wenden restriktive DMARC-Richtlinien nur in geringem Umfang an. Die weit verbreitete Praxis der passiven Überwachung ermöglicht es böswilligen Akteuren, vertrauenswürdige Pressestimmen zu fälschen und irreführende öffentliche Mitteilungen zu verbreiten.
Telekommunikationsanbieter weisen eine schwankende Qualität der Grundeinstellungen auf, wobei gelegentlich Fehler bei der SPF-Konfiguration auftreten. Die starke Abhängigkeit von passiver Überwachung und die geringe Verbreitung von Verschlüsselung auf der Transit-Ebene machen die Nachrichtenkanäle der Teilnehmer anfällig für Abonnementbetrug und Markenmissbrauch.
Logistik- und Lieferkettenanbieter verzeichnen moderate Fortschritte bei der Veröffentlichung von DMARC-Einträgen. Ein erheblicher Teil bleibt jedoch auf der reinen Überwachungsebene stehen, und eine Verschlüsselung auf Transport-Ebene wird nur selten eingesetzt, wodurch die operative Kommunikation innerhalb der Lieferkette für Abhörversuche anfällig bleibt.