Schweizer Finanzinstitute sind in der Regel Vorreiter bei der Perimeterabwehr, was vor allem auf die Aufsicht durch die FINMA und die DORA-Anforderungen an die Ausfallsicherheit zurückzuführen ist. Die Einführung grundlegender SPF- und DMARC-Maßnahmen ist in diesem Sektor in der Regel am stärksten ausgeprägt, und die Durchsetzung strenger „p=reject“-Richtlinien ist vergleichsweise häufiger anzutreffen. Der Schutz auf der Transportschicht durch MTA-STS bleibt jedoch oft eine erhebliche Schwachstelle, selbst bei ansonsten ausgereiften Domains.
Die Domänen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene in der Schweiz verfügen über eine stabile Grundlage für die technische Nachverfolgung, unterstützt durch die Meldepflichten der ISA für öffentliche Behörden. Dennoch neigt der Sektor dazu, bei der Eskalation von Richtlinien vorsichtig vorzugehen, wobei viele Domänen eher bei Überwachungs- oder Quarantäneschwellenwerten verharren, anstatt eine vollständige Ablehnung vorzunehmen. Die Zonenintegrität ist oft solide, während die aktive Durchsetzung von MTA-STS auf einem niedrigen Niveau bleibt.
Die medizinische und gesundheitliche Infrastruktur der Schweiz verarbeitet hochsensible Patientenakten, weshalb der Schutz vor Identitätsbetrug von entscheidender Bedeutung ist. Die grundlegenden Vorschriften sind im Allgemeinen stabil, doch die aktive Durchsetzung ist branchenweit uneinheitlich. Eine ungelöste Sicherheitslücke besteht weiterhin auf der Verschlüsselungsebene, wo die Einführung von MTA-STS nach wie vor minimal ist.
Als Hauptbetreiber von Kommunikationsnetzen gewährleisten die Schweizer Telekommunikationsanbieter eine umfassende SPF-Abdeckung. Trotz dieser Rahmenbedingungen hinkt die konsequente Durchsetzung von „p=reject“ tendenziell hinterher, und bei einem Teil der Domains fehlt nach wie vor ein vollständiger DMARC-Eintrag. Diese Lücke wird durch die geringe Verbreitung von MTA-STS in der gesamten Branche noch verstärkt.
Schweizer Universitäten und Hochschulen verwalten dezentrale Versandarchitekturen, die sich über zahlreiche Fachbereiche und Forschungseinheiten erstrecken. Aufgrund dieser Komplexität ist oft ein erheblicher Teil der Bildungsdomänen nicht vollständig durch DMARC geschützt, und nur eine Minderheit wendet eine strenge „p=reject“-Richtlinie an, wodurch akademische Netzwerke dem Risiko von Betrug im Zusammenhang mit Forschungszuschüssen und Phishing ausgesetzt sind. Die Akzeptanz von MTA-STS ist nach wie vor gering.
Logistiknetzwerke bilden das Rückgrat des regionalen Handels und des grenzüberschreitenden Warenverkehrs. Die tatsächliche E-Mail-Sicherheit in diesem Sektor ist nach wie vor eher begrenzt: Ein beträchtlicher Teil der Domains ist gänzlich ungeschützt, und nur ein kleiner Teil wurde auf eine strenge „p=reject“-Richtlinie umgestellt, was die Branche zu einem ständigen Ziel für Betrugsversuche im Zusammenhang mit Rechnungen und Zahlungsumleitungen macht.