Für Unternehmen kann Pharming das Vertrauen der Kunden untergraben, Nutzer dem Risiko eines Identitätsdiebstahls aussetzen und den Druck bei der Reaktion auf Vorfälle erhöhen. Besonders gefährlich ist es in Kombination mit Phishing-E-Mails, Domain-Spoofing oder gefälschten Domains, die betrügerische Kampagnen als legitim erscheinen lassen.
Dieser Leitfaden erläutert, wie Pharming funktioniert, worin es sich von Phishing unterscheidet, auf welche Warnzeichen man achten sollte und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um das Risiko zu verringern.
Im September 2021 haben über 50 Finanzunternehmen Opfer eines ausgeklügelten Pharming-Angriffs, der sich gegen Online-Kunden in den USA, Europa und der APAC-Region richtete. Drei Tage lang wurden täglich fast 1.000 Geräte infiziert, bevor die Pharming-Malware erkannt und unschädlich gemacht wurde.
Wichtigste Erkenntnisse
- Beim Pharming werden Nutzer durch DNS-Manipulation, Malware oder manipulierte Netzwerkeinstellungen auf betrügerische Websites umgeleitet.
- Im Gegensatz zu Phishing kann Pharming Nutzer auch dann umleiten, wenn sie die richtige Website-Adresse eingeben.
- Das Unternehmensrisiko steigt, wenn Pharming mit gefälschten E-Mails, ähnlichen Domains oder der Vortäuschung einer Markenidentität kombiniert wird.
- DNS-Sicherheit, Endgeräteschutz, Maßnahmen für sicheres Surfen und Benutzerschulungen sind unerlässlich, um das Pharming-Risiko zu verringern.
- SPF, DKIM und DMARC tragen zum Schutz der E-Mail-Ebene bei, indem sie das Domain-Spoofing eindämmen, durch das Nutzer auf betrügerische Websites geleitet werden können.
Was ist ein Pharming-Angriff?
Bei einem Pharming-Angriff wird die Art und Weise manipuliert, wie ein Browser einen Domainnamen auflöst. Anstatt die Nutzer an die legitime IP-Adresse einer Website weiterzuleiten, leitet der Angreifer sie auf eine betrügerische Website um, die von ihm kontrolliert wird.
Dies kann durch DNS-Cache-Poisoning, manipulierte Router-Einstellungen, böswillige Browserkonfigurationen oder Malware geschehen, die lokale Host-Dateien verändert. Das Ziel besteht in der Regel darin, Zugangsdaten, Zahlungsinformationen, personenbezogene Daten oder Sitzungsdetails zu stehlen.
Da sich eine gefälschte Website kaum von der echten unterscheiden lässt, können Nutzer unwissentlich sensible Daten, darunter Finanzdaten, Sozialversicherungsnummern, Krankenakten, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Sobald Angreifer diese Daten in ihren Besitz gebracht haben, können sie Finanzbetrug, Identitätsdiebstahl und weitere Cyberverbrechen begehen.
„Pharming“ ist eine Wortkombination aus „Phishing“ und „Farming“. Angreifer suchen sich per Phishing ein Opfer und „ernten“ dessen Daten, indem sie Informationen abfangen, die an eine gefälschte Website übermittelt werden.
Wie funktioniert ein Pharming-Angriff?
Sicherheitsteams, die den Ablauf eines Angriffs verstehen, können Schwachstellen früher erkennen und in jeder Phase die richtigen Schutzmaßnahmen ergreifen. So verläuft ein typischer Pharming-Angriff:
- Schritt 1 – Auswahl des Ziels: Der Angreifer identifiziert eine Zielwebsite – in der Regel ein Bankportal, eine E-Commerce-Plattform oder die Anmeldeseite eines Unternehmens – und erstellt eine betrügerische Nachbildung davon.
- Schritt 2 – Manipulation der DNS- oder Host-Datei: Der Angreifer manipuliert den DNS-Cache auf einem Server oder installiert Malware, die die Host-Datei auf dem Gerät eines Benutzers überschreibt und die legitime Domain einer bösartigen IP-Adresse zuordnet.
- Schritt 3 – Der Nutzer ruft die Website auf: Der Nutzer gibt eine legitime URL in seinen Browser ein und glaubt, die echte Website zu besuchen.
- Schritt 4 – Der Browser wird auf eine bösartige IP-Adresse umgeleitet: Da die DNS-Zuordnung geändert wurde, wird der Browser unbemerkt auf den betrügerischen Server des Angreifers statt auf den legitimen Server umgeleitet.
- Schritt 5 – Der Nutzer gelangt auf eine gefälschte Website: Die gefälschte Website sieht genauso aus wie die echte. Die URL im Browser erscheint möglicherweise korrekt, sodass der Nutzer keinen offensichtlichen Hinweis auf eine Kompromittierung erhält.
- Schritt 6 – Diebstahl von Zugangsdaten und anderen Daten: Der Nutzer übermittelt Anmeldedaten, Zahlungsdaten oder andere sensible Informationen direkt an den Server des Angreifers. Der Angreifer kann diese Daten anschließend für Finanzbetrug, Identitätsdiebstahl oder weitere Angriffe nutzen.
Pharming-Angriff vs. Phishing: Was ist der Unterschied?
Pharming und Phishing sind zwar miteinander verwandt, aber nicht dasselbe. Beim Phishing werden in der Regel betrügerische E-Mails, Nachrichten oder Links eingesetzt, um Nutzer dazu zu verleiten, eine bösartige Website aufzurufen. Beim Pharming werden DNS-Einstellungen oder lokale Geräteeinstellungen manipuliert, sodass Nutzer auf eine betrügerische Website umgeleitet werden – manchmal sogar dann, wenn sie die richtige URL eingeben.
Bei Angriffen in der Praxis können diese beiden Techniken gemeinsam zum Einsatz kommen. Eine gefälschte E-Mail kann Nutzer auf eine gefälschte Anmeldeseite leiten, während DNS-Manipulationen oder ähnlich klingende Domains die Aufdeckung der Kampagne erschweren. Aus diesem Grund benötigen Unternehmen sowohl Maßnahmen zur Sensibilisierung der Nutzer als auch technische Abwehrmaßnahmen wie E-Mail-Authentifizierung, DNS-Überwachung und Endgeräteschutz.
Pharming vs. Phishing vs. Spoofing: Vergleichstabelle
| Faktor | Pharming | Phishing | Spoofing |
|---|---|---|---|
| Definition | Manipulation der DNS-Einstellungen oder der Host-Datei, um Nutzer auf eine betrügerische Website umzuleiten | Irreführende Nachrichten oder Links, die Nutzer dazu verleiten, eine bösartige Website aufzurufen | Sich als eine andere Person, Domain, E-Mail-Adresse, IP-Adresse oder Website auszugeben |
| Angriffsmethode | DNS-Cache-Poisoning, Malware in der Host-Datei, Router-Hijacking | E-Mail, SMS oder Social Engineering mit bösartigen Links | Gefälschte Absenderadressen, ähnliche Domains, IP-Maskierung |
| Benutzerinteraktion erforderlich | Minimal; die Weiterleitung erfolgt automatisch | Ja – der Nutzer muss auf einen schädlichen Link klicken | Je nach Typ unterschiedlich |
| Verhalten von URLs | Die URL scheint korrekt zu sein | Die URL unterscheidet sich in der Regel von der der legitimen Website | Die Absenderadresse oder -domain scheint echt zu sein |
| Schwierigkeit der Erkennung | Hoch; kein deutlich sichtbares Signal | Mittel; eine Überprüfung der URL kann helfen | Mittel; E-Mail-Header können Unstimmigkeiten aufdecken |
| Präventionsmaßnahmen | DNSSEC, sichere DNS-Resolver, Endgeräteschutz, Absicherung von Routern | E-Mail-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC), Benutzerschulungen | DMARC-Durchsetzung, Domain-Überwachung, Erkennung von Lookalike-Domains |
Arten von Pharming-Angriffen und Beispiele aus der Praxis
Bei Pharming-Angriffen wird die Art und Weise manipuliert, wie ein Browser eine Webadresse auflöst, sodass Nutzer an eine falsche IP-Adresse weitergeleitet werden und auf einer gefälschten Website landen. Es gibt verschiedene Arten dieser Angriffe, die jeweils auf eine andere Schicht des Netzwerkstacks abzielen, und Vorfälle aus der Praxis zeigen, wie schnell sich jeder einzelne davon ausbreiten kann.
Lokales bzw. hostbasiertes Pharming tritt auf, wenn Malware die Host-Datei auf einem einzelnen Gerät überschreibt und bestimmte Webadressen auf eine bösartige IP-Adresse umleitet. Die Erkennung ist schwierig, da nur dieses eine Gerät betroffen ist; daher sind Endgeräteschutz und die Überwachung der Host-Datei die wichtigsten Abwehrmaßnahmen.
Die DNSChanger-Malware-Kampagne ist eines der größten Beispiele für diese Art von groß angelegten Angriffen:
- Vorgehensweise: Im Rahmen der DNSChanger-Malware-Kampagne wurden die DNS-Einstellungen direkt auf den infizierten Geräten geändert, wodurch der Datenverkehr über betrügerische, von den Angreifern kontrollierte DNS-Server umgeleitet wurde.
- Ziel: Über 4 Millionen Geräte weltweit, sowohl in Privatkunden- als auch in Unternehmensnetzwerken.
- Auswirkungen: Die Opfer wurden unbemerkt auf betrügerische Websites umgeleitet, was Werbebetrug und den Diebstahl von Zugangsdaten ermöglichte, bis das FBI die betrügerischen Server im Jahr 2011 beschlagnahmte.
- Erkenntnis: Router- und DNS-Einstellungen sollten regelmäßig überprüft werden, und Unternehmen müssen ihre Umgebungen auf unbefugte DNS-Änderungen überwachen.
Ein DNS-Cache-Poisoning tritt auf, wenn Angreifer den Cache eines DNS-Resolvers mit falschen Einträgen manipulieren und so jeden Nutzer, der eine Abfrage an diesen Resolver sendet, in die Irre führen. Dies ist sehr schwer zu erkennen, da die Kompromittierung stromaufwärts vom Gerät des Opfers stattfindet. DNSSEC und sichere DNS-Resolver (DoH/DoT) sind die wirksamsten Abwehrmaßnahmen.
Ein DNS-Hijacking bei Routern findet statt, wenn Angreifer Router mit Standard- oder schwachen Administrator-Zugangsdaten ausnutzen, um die DNS-Einstellungen zu ändern und so alle Geräte im Netzwerk gleichzeitig umzuleiten. Dies ist eine gängige Taktik gegen schlecht gesicherte Router für Privatanwender:
- Vorgehensweise: Die Angreifer nutzten Router mit Standard- oder schwachen Administrator-Zugangsdaten aus, um die DNS-Einstellungen für ganze Netzwerke zu ändern.
- Zielgruppe: Privatanwender und kleine Unternehmen, die auf Router für Privatanwender setzen.
- Auswirkung: Alle Geräte im betroffenen Netzwerk wurden ohne sichtbare Warnung auf betrügerische Websites umgeleitet.
- Lernpunkt: Die Standard-Anmeldedaten des Routers müssen unmittelbar nach der Bereitstellung geändert werden. Die Firmware sollte stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, und die DNS-Einstellungen sollten auf vertrauenswürdige Resolver festgelegt werden.
Eine Kompromittierung des DNS-Servers liegt vor, wenn Angreifer einen DNS-Server direkt ins Visier nehmen und Nutzer umleiten, ohne dass Malware auf den einzelnen Geräten erforderlich ist. Ein einziger kompromittierter Server kann Tausende von Nutzern gleichzeitig umleiten, weshalb diese Technik besonders häufig für den groß angelegten Diebstahl von Zugangsdaten bei Finanzinstituten und Unternehmensplattformen genutzt wird. DNSSEC, DNS-Überwachung und strenge Zugriffskontrollen sind die wichtigsten Abwehrmaßnahmen.
Malware-basiertes Pharming wird über E-Mail-Links oder Anhänge verbreitet; die Malware überschreibt die Host-Dateien, sodass infizierte Geräte bei der Eingabe einer bestimmten Adresse eine bösartige Website laden. Die Behebung ist schwierig, da ein Anti-Malware-Scan allein oft nicht ausreicht; in der Regel ist eine gründliche Bereinigung der Endgeräte erforderlich. Der Angriff auf den Finanzsektor im Jahr 2021 zeigt, wie weitreichend diese Technik sein kann:
- Vorgehensweise: Im September 2021 richtete sich eine auf Malware basierende Pharming-Kampagne gegen Endgeräte von Nutzern in den USA, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum.
- Zielgruppe: Online-Banking-Kunden von über 50 Finanzinstituten.
- Auswirkungen: In den drei Tagen, bevor die Malware entdeckt und unschädlich gemacht wurde, wurden täglich fast 1.000 Geräte infiziert.
- Lehre: Selbst Finanzinstitute mit umfangreichen Ressourcen können in großem Umfang betroffen sein. Endpunktüberwachung und DNS-Überwachung sind entscheidende Frühwarnmaßnahmen.
Welche Risiken birgt ein Pharming-Angriff?
Pharming hat sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen schwerwiegende Folgen, deren Ausmaß davon abhängt, welche Systeme betroffen sind.
| Risiko | Auswirkungen auf den Einzelnen | Auswirkungen auf die Wirtschaft |
|---|---|---|
| Diebstahl von Zugangsdaten | Kontoübernahme | Missbrauch von Mitarbeiter- und Kundenkonten |
| Finanzbetrug | Nicht autorisierte Transaktionen | Umsatzausfall, Haftung bei Betrug |
| Identitätsdiebstahl | Missbrauch personenbezogener Daten | Verletzung des Datenschutzes bei Kundendaten, Verstöße gegen Compliance-Vorschriften |
| Malware-Infektion | Kompromittierung des Geräts | Netzwerkweite Infektion, Betriebsstörungen |
| Reputationsschaden | Vertrauensverlust gegenüber Online-Diensten | Rufschädigung, Kundenabwanderung, behördliche Überprüfung |
Anzeichen eines Pharming-Angriffs
Sicherheitsteams und Benutzer sollten auf die folgenden Anzeichen achten. Die Anzeichen sind zur schnelleren Einstufung nach Kategorien geordnet:
Anzeichen im Browser und im Netzwerk
- Unerwartete SSL-Zertifikatswarnungen oder -Abweichungen auf Websites, die zuvor fehlerfrei geladen wurden.
- Änderungen an den Einstellungen der Browser-Startseite, die nicht vom Benutzer vorgenommen wurden.
- Häufig erscheinende Pop-ups, die auf unbekannte Websites weiterleiten.
- Die DNS-Einstellungen auf dem Gerät oder dem Router wurden ohne Genehmigung geändert.
- Die aufgelöste IP-Adresse für eine vertrauenswürdige Domäne stimmt nicht mit dem erwarteten Wert überein.
Buchhaltungs- und Finanzkennzahlen
- Finanztransaktionen, die den Nutzern nicht bewusst sind, beispielsweise Kreditkartenzahlungen oder Banküberweisungen.
- Antworten auf E-Mails, die nicht vom Nutzer oder der Organisation initiiert wurden.
- Ungewöhnliche oder unbekannte Aktivitäten in sozialen Medien oder auf Unternehmenskonten.
Gerätebeschriftungen
- Deaktivierte Antiviren-, Anti-Malware- oder sonstige Sicherheitssoftware.
- Auf Geräten wurde ohne Wissen der Benutzer neue Software installiert.
- Systeme stürzen häufig ab oder frieren ein; Pharming-Malware kann erhebliche Ressourcen beanspruchen.
- Geräte, auf denen beim Start ungewöhnliche Meldungen oder Programme angezeigt werden.
So beugen Sie Pharming-Angriffen vor
Um das Pharming-Risiko zu verringern, ist ein mehrschichtiger Sicherheitsansatz erforderlich. Keine einzelne Sicherheitsmaßnahme kann jeden auf Weiterleitungen basierenden Angriff abwehren, doch die folgenden Maßnahmen verringern das Risiko in den Bereichen DNS, Endgeräte, Benutzer und E-Mail.
Für Privatpersonen
- Ändern Sie die Standard-Anmeldedaten des Routers und führen Sie Firmware-Updates umgehend durch.
- Verwenden Sie einen vertrauenswürdigen DNS-Resolver. Öffentliche Resolver, wie beispielsweise solche, die DNS-over-HTTPS (DoH) oder DNS-over-TLS (DoT) anbieten, sorgen für eine zusätzliche Verifizierungsebene.
- Überprüfen Sie die Angaben zum SSL-Zertifikat, wenn Ihnen eine Anmeldeseite unbekannt erscheint. HTTPS verschlüsselt zwar den Datenverkehr zwischen dem Browser und dem Server, bestätigt jedoch nicht, dass die Website selbst echt ist. Überprüfen Sie den Zertifikatsaussteller und die Domain sorgfältig.
- Aktivieren Sie die die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle wichtigen Konten. Selbst wenn Anmeldedaten von einer gefälschten Website abgefangen werden, verringert die MFA das Risiko eines unbefugten Zugriffs.
- Halten Sie Ihre Anti-Malware- und Endgeräteschutz-Software auf dem neuesten Stand. Führen Sie regelmäßig Scans durch, um Änderungen an der Host-Datei zu erkennen.
- Klicken Sie nicht auf Links in unaufgeforderten E-Mails oder Nachrichten. Folgen Sie nur Links aus bekannten und vertrauenswürdigen Quellen. Andernfalls werden Nutzer möglicherweise auf gefälschte Websites umgeleitet, die darauf ausgelegt sind, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen abzugreifen. Angreifer tarnen bösartige Zielseiten manchmal mithilfe von markenspezifische Kurz-URLs, daher sollten Sie die zugrunde liegende Domain überprüfen, bevor Sie darauf klicken – auch wenn der Link seriös aussieht.
- Seien Sie skeptisch gegenüber Angeboten wie hohen Rabatten, Gewinnspielen oder Preisen, die unaufgefordert bei Ihnen eingehen. Dies sind gängige Lockmittel, mit denen Nutzer auf betrügerische Websites gelockt werden sollen.
- Verwenden Sie nach Möglichkeit eine App-basierte oder QR-Code-basierte Authentifizierung anstelle von Einmalpasswörtern per SMS, die im Rahmen eines umfassenderen Angriffs abgefangen oder umgeleitet werden können.
Für Organisationen
Sichere DNS-Infrastruktur
Nutzen Sie einen seriösen DNS-Anbieter, beschränken Sie den Zugriff auf DNS-Verwaltungskonsolen, überwachen Sie Änderungen an DNS-Einträgen und implementieren Sie DNSSEC , wo dies sinnvoll ist. DNSSEC versieht DNS-Einträge mit kryptografischen Signaturen und trägt so dazu bei, Cache-Poisoning-Angriffe zu verhindern.
Endgeräte und Browser schützen
Halten Sie Betriebssysteme, Browser, Endgeräteschutz und Anti-Malware-Tools auf dem neuesten Stand. Malware-basiertes Pharming beruht häufig auf der Änderung lokaler Einstellungen oder Host-Dateien auf den Geräten der Mitarbeiter.
Die Sicherheit von Routern und Netzwerken verbessern
Ändern Sie die Standard-Anmeldedaten der Router in der gesamten Netzwerkinfrastruktur, führen Sie Firmware-Updates durch und beschränken Sie den Administratorzugriff auf vertrauenswürdige Benutzer und Netzwerke. Überprüfen Sie regelmäßig die DNS-Einstellungen der Router.
Nutzen Sie die E-Mail-Authentifizierung, um das Risiko von Spoofing zu verringern
SPF, DKIM und DMARC helfen empfangenden Mail-Servern dabei, zu überprüfen, ob eine Nachricht, die angeblich von Ihrer Domain stammt, autorisiert ist. Bei korrekter Konfiguration und Überwachung verringern diese Protokolle das Risiko von Domain-Spoofing und tragen dazu bei, Angreifer daran zu hindern, Ihre Marke in E-Mail-Kampagnen zu missbrauchen, die Nutzer auf betrügerische Websites leiten.
Die E-Mail-Authentifizierung ergänzt die DNS-Sicherheit, den Endgeräteschutz und die Kontrollmechanismen für sicheres Surfen, ersetzt diese jedoch nicht. Ihre Aufgabe ist enger gefasst: Sie soll gefälschte Nachrichten abwehren, die Angreifer für Pharming- oder Phishing-Kampagnen nutzen.
Überwachung von Lookalike-Domains und verdächtiger Infrastruktur
Angreifer registrieren häufig Domains, die vertrauenswürdigen Marken sehr ähnlich sind. Nutzen Sie einen Tool zur Überprüfung von Lookalike-Domains , um Identitätsbetrugsversuche frühzeitig zu erkennen und zu verhindern, dass diese in Pharming- oder Phishing-Kampagnen genutzt werden.
Schulen Sie Nutzer und Mitarbeiter darin, verdächtige Weiterleitungen zu melden
Mitarbeiter und Kunden sollten wissen, wie sie ungewöhnliche Anmeldeseiten, unerwartete Weiterleitungen, Warnungen zu SSL-Zertifikaten und verdächtige E-Mails melden können. Richten Sie klare Meldeabläufe ein, damit die Sicherheitsteams schnell reagieren können.
Überprüfen Sie den Sicherheitsstatus Ihrer Domain
Nutzen Sie den Domain Analyzer und den DNSSEC-Checker von PowerDMARC, um die Authentifizierungssicherheit Ihrer Domain zu überprüfen und Schwachstellen zu identifizieren, bevor Angreifer diese ausnutzen können.
Wie PowerDMARC den Domain-Schutz unterstützt
PowerDMARC unterstützt Unternehmen dabei, die E-Mail-Authentifizierung als Teil ihrer Domänensicherheit zu stärken. Die Plattform bietet ein zentralisiertes Dashboard für DMARC, SPF, DKIM, BIMI, MTA-STS und TLS-RPT und verschafft Sicherheitsteams so einen klaren Überblick über autorisierte und nicht autorisierte Absenderquellen.
- DMARC-Überwachung und -Berichterstellung: Erkennen Sie Spoofing-Versuche, Authentifizierungsfehler und nicht autorisierte Absender über alle Ihre Domains hinweg.
- Automatisierte SPF-Verwaltung: Vermeiden Sie Probleme mit den SPF-Abfrage-Limits, wenn neue SaaS- und Marketing-Plattformen zu Ihrem Versand-Stack hinzugefügt werden.
- Gehostete Authentifizierungsdienste: Verwalten Sie DMARC, SPF, DKIM, BIMI, MTA-STS und TLS-RPT über eine einzige Plattform, ohne komplexe DNS-Änderungen vornehmen zu müssen.
- Unterstützung bei der Einhaltung von Vorschriften: Gewährleistung der Übereinstimmung mit den Vorgaben von Google, Microsoft, PCI DSS, DSGVO und behördlichen Vorschriften zur E-Mail-Authentifizierung.
- Reaktionsschneller weltweiter Support: Erhalten Sie fachkundige Unterstützung bei der Einarbeitung, der Fehlerbehebung und der Planung der Durchsetzung – mit einem 24/7-Support für Unternehmens- und MSP-Partner.
Möchten Sie überprüfen, ob Ihre Domain vor E-Mail-Spoofing geschützt ist? Überprüfen Sie Ihre Domain mit dem kostenlosen Domain Analyzer von PowerDMARC auf Probleme mit DMARC, SPF und DKIM.
Häufig gestellte Fragen
Inwiefern unterscheidet sich Pharming von Phishing und Spoofing?
Phishing basiert auf betrügerischen E-Mails, Nachrichten oder Links, die Nutzer dazu verleiten, eine bösartige Website mit einer anderen URL aufzurufen. Spoofing ist die Vortäuschung der Identität einer Person, einer Domain, einer E-Mail-Adresse oder einer Website. Pharming unterscheidet sich von beiden: Dabei werden DNS- oder lokale Geräteeinstellungen manipuliert, um Nutzer auf eine betrügerische Website umzuleiten – manchmal sogar dann, wenn sie die richtige URL eingeben, ohne dass ein Klick auf einen Link erforderlich ist. In der Praxis kombinieren Angreifer oft alle drei Methoden: Sie fälschen eine E-Mail einer vertrauenswürdigen Marke, um eine Kampagne zu starten, und nutzen anschließend Pharming, um die Umleitung auch für Nutzer sicherzustellen, die direkt zur Website navigieren.
Welche bekannten Pharming-Angriffe gibt es?
Zu den bemerkenswerten Beispielen zählen der Angriff auf mehr als 50 Finanzinstitute im Jahr 2021, bei dem täglich fast 1.000 Geräte infiziert wurden, die DNSChanger-Malware-Kampagne, von der weltweit über 4 Millionen Geräte betroffen waren, sowie weit verbreitete DNS-Hijacking-Kampagnen gegen Router, durch die ganze Heim- oder Büronetzwerke umgeleitet wurden. Ausführliche Fallbeschreibungen finden Sie im Abschnitt „Arten von Pharming-Angriffen und Beispiele aus der Praxis“ weiter oben.
Kann ein Pharming-Angriff auch dann stattfinden, wenn die URL korrekt aussieht?
Ja. Genau das macht Pharming besonders gefährlich. Beim Pharming auf DNS-Ebene manipuliert der Angreifer die Zuordnung von Domains zu IP-Adressen, sodass der Browser auf einen betrügerischen Server umgeleitet wird, während die URL in der Adressleiste weiterhin korrekt erscheint. Nutzer können sich nicht allein auf die Überprüfung der URL verlassen, um Pharming zu erkennen.
Wie können Unternehmen Pharming-Angriffe verhindern?
Unternehmen sollten DNSSEC implementieren, sichere DNS-Resolver verwenden, Router und Netzwerkgeräte absichern, Endgeräteschutzmaßnahmen einsetzen, Änderungen an DNS-Einträgen überwachen, die Multi-Faktor-Authentifizierung durchsetzen, E-Mail-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) implementieren, auf ähnliche Domains achten und Mitarbeiter darin schulen, verdächtige Weiterleitungen zu melden. Ein mehrschichtiger Ansatz ist unerlässlich, da keine einzelne Kontrollmaßnahme alle Pharming-Vektoren abdeckt.
Kann DMARC Pharming verhindern?
DMARC verhindert zwar nicht direkt DNS-Poisoning oder die Manipulation von Host-Dateien. Es trägt jedoch dazu bei, Angreifer daran zu hindern, Ihre Domain in E-Mail-Kampagnen zu fälschen, die Nutzer möglicherweise auf betrügerische Websites weiterleiten. In Kombination mit DNS-Sicherheitsmaßnahmen und Endpunktkontrollen ist DMARC ein wichtiger Bestandteil einer mehrschichtigen Verteidigungsstrategie.
Was soll ich tun, wenn ich einen Pharming-Angriff vermute?
Wenn Sie einen Pharming-Angriff vermuten: (1) Überprüfen Sie die DNS-Einstellungen Ihres Geräts und die DNS-Konfiguration Ihres Routers auf unbefugte Änderungen. (2) Leeren Sie Ihren DNS-Cache und starten Sie den Browser neu. (3) Führen Sie einen vollständigen Malware-Scan auf Ihrem Endgerät durch. (4) Ändern Sie die Passwörter für alle Konten, auf die während des vermuteten Zeitraums zugegriffen wurde. (5) Wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank oder die betroffenen Dienstleister. (6) Unternehmen sollten den Vorfall an ihr Incident-Response-Team weiterleiten und die DNS-Überwachungsprotokolle überprüfen.