Bei einem „Tailgating“-Angriff dringt eine Person, die sich eigentlich nicht in einem bestimmten Bereich aufhalten dürfte, ein, indem sie dicht hinter einer Person hergeht, die dort zugelassen ist. Diese Art von Angriff beginnt in der Regel an einer Tür oder einem gesicherten Gebäude. Er kann zu erheblichen Problemen für die Cybersicherheit führen, wenn die Person Zugang zu Computern, Servern oder wichtigen Unterlagen erhält.
Wenn Sicherheitsverantwortliche darüber nachdenken, wie jemand in ein Gebäude eindringen könnte, denken sie meist an Personen, die von außen versuchen, sich Zugang zu verschaffen, oder an Personen, die gefälschte E-Mails versenden, um andere zu täuschen. Doch wenn jemand physisch in ein Gebäude eindringen kann, kann er ebenso viele Probleme verursachen: Er kann sich Zugang zum Netzwerk verschaffen, vertrauliche Informationen einsehen, gegen Vorschriften verstoßen und das gesamte System lahmlegen.
Untersuchungen zufolge nehmen Social-Engineering-Angriffe immer häufiger zu, wobei im Jahr 2024 weltweit 989.000 einzelne Phishing-Angriffe im Jahr 2024 weltweit registriert wurden. Und „Tailgating“-Angriffe funktionieren, weil sie dieselben Tricks nutzen, die auch diese gefälschten E-Mails so erfolgreich machen.
In diesem Leitfaden wird erläutert, was „Tailgating“-Angriffe sind, warum sie ein Problem für die Cybersicherheit darstellen und was Unternehmen tun können, um zu verhindern, dass sich Unbefugte Zugang verschaffen.
Wichtigste Erkenntnisse
- „Tailgating“ ist eine physische Social-Engineering-Attacke, bei der eine unbefugte Person einem berechtigten Benutzer in einen gesperrten Bereich folgt.
- Auch wenn es zunächst um ein Problem des physischen Zugangs geht, kann „Tailgating“ zu Cybersicherheitsvorfällen führen, wenn Angreifer Zugriff auf Systeme, Server oder sensible Daten erhalten.
- Tailgating, Phishing, Spoofing und Business-E-Mail-Compromise nutzen allesamt Vertrauen, Dringlichkeit oder schwache Verifizierungsprozesse aus.
- Unternehmen sollten Mitarbeiterschulungen, Besucherkontrollen, Zugangskontrollen und die Meldung von Vorfällen miteinander kombinieren, um Risiken zu minimieren.
- E-Mail-Authentifizierungsprotokolle wie DMARC, SPFund DKIM tragen dazu bei, Identitätsbetrug per E-Mail zu reduzieren, und ergänzen damit umfassendere Abwehrmaßnahmen gegen Social Engineering.
Bei einem „Tailgating“-Angriff dringt eine Person, die sich eigentlich nicht in einem bestimmten Bereich aufhalten dürfte, ein, indem sie dicht hinter einer Person hergeht, die dort zugelassen ist. Diese Art von Angriff beginnt in der Regel an einer Tür oder einem gesicherten Gebäude. Er kann zu erheblichen Problemen für die Cybersicherheit führen, wenn die Person Zugang zu Computern, Servern oder wichtigen Unterlagen erhält.
Wenn Sicherheitsverantwortliche darüber nachdenken, wie jemand in ein Gebäude eindringen könnte, denken sie meist an Personen, die von außen versuchen, sich Zugang zu verschaffen, oder an Personen, die gefälschte E-Mails versenden, um andere zu täuschen. Doch wenn jemand physisch in ein Gebäude eindringen kann, kann er ebenso viele Probleme verursachen: Er kann sich Zugang zum Netzwerk verschaffen, vertrauliche Informationen einsehen, gegen Vorschriften verstoßen und das gesamte System lahmlegen.
Untersuchungen zufolge nehmen Social-Engineering-Angriffe immer häufiger zu, wobei im Jahr 2024 weltweit 989.000 einzelne Phishing-Angriffe im Jahr 2024 weltweit registriert wurden. Und „Tailgating“-Angriffe funktionieren, weil sie dieselben Tricks nutzen, die auch diese gefälschten E-Mails so erfolgreich machen.
In diesem Leitfaden wird erläutert, was „Tailgating“-Angriffe sind, warum sie ein Problem für die Cybersicherheit darstellen und was Unternehmen tun können, um zu verhindern, dass sich Unbefugte Zugang verschaffen.
Was versteht man unter „Tailgating“ in der Cybersicherheit?
Ein „Tailgating“-Angriff in der Cybersicherheit liegt vor, wenn sich eine unbefugte Person Zugang zu einem gesicherten Bereich oder System verschafft, indem sie sich hinter einer Person herbewegt, die sich dort aufhalten darf. Diese Person trägt oft Kleidung, die den Eindruck erweckt, sie gehöre dorthin, sodass niemand sie bemerkt. Auf diese Weise kann sie in Räume wie Serverräume oder andere Bereiche mit Computern und Daten gelangen.
Beispielsweise könnte sich jemand, der Ärger machen will, als Techniker verkleiden und an der Tür zum Serverraum eines Unternehmens warten. Wenn ein Mitarbeiter, der Zutritt zu diesem Raum hat, die Tür mit seinem Ausweis öffnet, schlüpft der Unruhestifter schnell hinter ihm hinein. Er benötigt weder einen Ausweis noch ein Passwort, um hineinzukommen. Sobald er drinnen ist, kann er einen USB-Stick an einen Computer anschließen, Keylogger auf dem System installieren oder vertrauliche Informationen einsehen.
Auch wenn diese Person nicht mithilfe eines Computers in das System eindringt, kann sie dennoch Probleme für die Cybersicherheit des Unternehmens verursachen. Der „Tailgating“-Angriff ist zwar eine reale Gefahr, kann aber dennoch den Computern und Daten des Unternehmens Schaden zufügen. Die Person, die sich Zugang verschafft, kann großen Schaden anrichten, selbst wenn sie nicht besonders gut mit Computern umgehen kann. Die Cybersicherheit des Unternehmens ist gefährdet, wenn jemand das Gebäude betritt, der dort eigentlich nichts zu suchen hat.
„Tailgating“ vs. „Piggybacking“: Was ist der Unterschied?
Obwohl die Begriffe „Tailgating“ und „Piggybacking“ im Kontext der Cybersicherheit jedoch einen wesentlichen Unterschied:
- Zu dichtes Auffahren: Die unbefugte Person dringt ein ohne Wissen oder Zustimmung der berechtigten Person. Zum Beispiel, indem man sich dicht hinter jemandem hineinschleicht, während sich die Tür schließt.
- Mitfahren: Die unbefugte Person erhält Zutritt mit Zustimmung der berechtigten Person Zutritt, oft aufgrund von fehlgeleitetem Vertrauen oder sozialem Druck. Beispielsweise bittet jemand darum, hereingelassen zu werden, und die berechtigte Person stimmt dem zu.
TL;DR: „Tailgating“ vs. „Piggybacking“
| Faktor | Tailgating | Huckepack |
|---|---|---|
| Sensibilisierung der autorisierten Nutzer | Unbewusst | Im Bewusstsein |
| Einwilligung erteilt | Nein | Ja (fälschlicherweise) |
| Beispielszenario | Unbemerkt durch eine sich schließende Tür schlüpfen | Einen Mitarbeiter bitten, die Tür offen zu halten |
| Haupt-Exploit | Unaufmerksamkeit | Sozialer Druck / Höflichkeit |
| Prävention und Kontrolle | Sicherheitsschleusen, Drehkreuze, Zugang nur mit Ausweis | Schulung zur Überprüfung von Ausweisen, Begleitrichtlinien |
Wie „Tailgating“ mit E-Mail-Sicherheit zusammenhängt
Zu dichtes Auffahren und Phishing basieren auf derselben grundlegenden Schwäche: fehlgeleitetem Vertrauen. In einer physischen Umgebung kann ein Angreifer einem Mitarbeiter durch eine gesicherte Tür folgen. Per E-Mail kann ein Angreifer sich als vertrauenswürdige Domain, Führungskraft, Lieferant oder Dienstleister ausgeben, um das Misstrauen der Menschen zu umgehen.
Hier kommen Kontrollmechanismen auf Domain-Ebene ins Spiel. DMARC, SPF und DKIM helfen dabei, zu überprüfen, ob eine E-Mail rechtmäßig im Namen Ihrer Domain versendet wurde, und verringern so das Risiko von E-Mail-Spoofing, Phishing und Business-E-Mail-Compromiseverringert. PowerDMARC bietet Sicherheitsteams einen zentralen Überblick über Authentifizierungsfehler, nicht autorisierte Absenderquellen und Versuche des Domain-Spoofings, sodass sie schnell reagieren und die Kontrolle behalten können.
Wie funktionieren Tailgating-Angriffe?
„Tailgating“-Angriffe folgen einem erkennbaren Ablauf. Das Verständnis der einzelnen Schritte hilft Unternehmen dabei, die Schwachstellen zu identifizieren und zu schließen, die Angreifer ausnutzen:
- Aufklärung: Als Erstes führen die Angreifer eine Erkundung durch. Dabei beobachten sie das Unternehmen, das sie angreifen wollen, und versuchen herauszufinden, wie sie eindringen können. Sie suchen nach Einfallstoren. Sie beobachten, was die Mitarbeiter täglich tun, beispielsweise wann sie kommen und gehen und was sie tragen. Diese Informationen können die Angreifer aus Medienberichten, durch persönliche Beobachtung des Unternehmens oder durch Recherchen gewinnen.
- Vorbereitung: Der Angreifer entscheidet, als wen er sich ausgeben will – zum Beispiel als Techniker, Zusteller oder Handwerker. Er sucht sich eine Tür aus, an der viele Menschen ein- und ausgehen und an der niemand wirklich aufmerksam ist.
- Annäherung und soziale Signale: Der Angreifer versucht dann, sich unter die Mitarbeiter zu mischen. Er wählt den Zeitpunkt so, dass er hereinkommt, wenn gerade ein Mitarbeiter hereinkommt, und trägt vielleicht ein paar Kartons oder wirkt beschäftigt, damit niemand es seltsam findet.
- Beispiel: Der Angreifer folgt der berechtigten Person durch die gesicherte Tür, bevor diese sich schließt, und gelangt so in den gesperrten Bereich, ohne jemals seine eigenen Zugangsdaten zu verwenden.
- Ausnutzung nach dem Eindringen: Nachdem der Angreifer das Gebäude betreten hat, könnte er beispielsweise einen Computer nutzen, der unbeaufsichtigt ist, einen USB-Stick anschließen oder Fotos von vertrauliche Informationen , die Bildschirminhalte zu beobachten und zu versuchen, Passwörter zu erlangen oder einen Keylogger zu installieren.
- Exfiltration oder laterale Bewegung: Schließlich könnte der Angreifer das Gebäude mit den erlangten Informationen verlassen. Er könnte die erlangten Informationen nutzen, um einen digitalen Angriff wie Phishing zu starten, oder er könnte versuchen, in das Netzwerk der Organisation einzudringen, sobald er sich wieder außerhalb des Gebäudes befindet.
Warum „Tailgating“ ein Risiko für die Cybersicherheit darstellt
Physischer Zugang und Cybersicherheit sind keine voneinander getrennten Probleme. Wenn sich eine unbefugte Person Zugang zu einem gesicherten Bereich verschafft, können die daraus resultierenden digitalen Folgen schwerwiegend sein:
- Unbefugter Zugriff auf Arbeitsstationen: Ein Eindringling kann auf offene Sitzungen zugreifen, vertrauliche Dateien kopieren oder Schadsoftware auf ungesperrten Geräten installieren.
- Kompromittierung des Serverraums: Der physische Zugriff auf Netzwerkhardware ermöglicht das Abfangen von Datenverkehr, die Manipulation von Geräten oder das Einrichten unberechtigter Netzwerkzugangspunkte.
- Installation von Malware über Wechseldatenträger: Ein in einen vernetzten Computer eingesteckter USB-Stick kann innerhalb von Sekunden Ransomware, Keylogger oder Tools zur Datenexfiltration installieren.
- Diebstahl von Zugangsdaten: Sichtbare Passwörter auf Haftnotizen, ausgedruckte Zugangsdaten oder ungesicherte Passwortmanager verschaffen Angreifern den Schlüssel zu einem umfassenderen Netzwerkzugang.
- Compliance-Risiko: Ein physischer Sicherheitsverstoß in regulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen (HIPAA), dem Finanzsektor (PCI DSS) oder dem öffentlichen Sektor kann eine Meldepflicht für Sicherheitsverstöße, Prüfungsfeststellungen und erhebliche finanzielle Sanktionen nach sich ziehen.
- Folgeangriffe durch Phishing und Spoofing: Informationen, die während eines physischen Eindringens gesammelt wurden – Namen von Mitarbeitern, interne Abläufe, Systemstrukturen –, können in gezielten Phishing-Kampagnen, E-Mail-Spoofing oder Angriffen durch Manipulation geschäftlicher E-Mails genutzt werden, nachdem der Eindringling das Gebäude verlassen hat.
- Rufschädigung: Ein bestätigter Verstoß gegen die physische Sicherheit, insbesondere wenn er zu Datendiebstahl führt, untergräbt das Vertrauen von Kunden und Partnern in einer Weise, die nur schwer und mit hohem Aufwand wiederhergestellt werden kann.
Häufige Methoden des zu nahen Auffahrens und Warnzeichen
Eine gängige Methode bei „Tailgating“-Angriffen besteht darin, sich als Mitarbeiter auszugeben, indem man ähnliche Kleidung trägt oder ein ähnliches Aussehen hat – beispielsweise eine Uniform oder einen Rucksack, der mit denen der Mitarbeiter identisch ist – und diesen dann durch die Tür folgt.
Andere gängige Methoden sind:
| Methode | So sieht das in der Praxis aus |
|---|---|
| Vortäuschen einer Identität durch das Tragen einer Uniform oder eines Abzeichens | Sie tragen ähnliche Kleidung wie das Personal oder einen gefälschten Ausweis mit entsprechenden Logos und Kennzeichnungen. Bei einer Befragung durch das Sicherheitspersonal geben die Angreifer unter Umständen sogar die Ausweisnummer einer anderen Person an. |
| Lieferung oder Ausrede des Auftragnehmers | Sich als Kurier, Techniker oder Auftragnehmer ausgeben, der einen plausiblen Grund für seinen Besuch vor Ort hat, und dann einen Mitarbeiter bitten, die Tür offen zu halten. |
| Ausrede wegen vergessener Dienstmarke | Man gibt an, einen vergessenen Zugangsausweis zu haben, und bittet darum, hereingelassen zu werden. Die meisten Menschen kommen dieser Bitte nach, anstatt zu riskieren, als unhilfsbereit zu gelten. |
| Gestohlene oder gekaufte Zugangsdaten | Die Verwendung eines gestohlenen Ausweises einer anderen Person oder von Zugangsdaten, die auf Marktplätzen für Identitätsdiebstahl erworben wurden, um sich als berechtigte Person auszugeben. |
| Ausnutzung von Zeitlücken | Das Betreten während Schichtwechseln, in der Mittagspause oder bei Firmenveranstaltungen – also immer dann, wenn die Sicherheitskontrollen naturgemäß nachlassen. |
| Ablenkungsmanöver | Gegenstände in der Nähe einer gesicherten Tür fallen lassen oder jemanden in ein Gespräch verwickeln, um einen Moment zu schaffen, in dem man sich hindurchschleichen kann. |
| Weiterverfolgung unbeaufsichtigter Arbeitsplätze | Ist man erst einmal drinnen, reicht es aus, einen Computer zu finden, den ein Mitarbeiter während seiner kurzen Abwesenheit ungesichert gelassen hat, um Dateien zu kopieren, Malware zu installieren oder Zugangsdaten abzugreifen. |
| Coworking oder Mehrmieter-Nutzung | In Bürogebäuden mit mehreren Mietern folgt man einem Besucher, der sich auf die Etage eines anderen Mieters begibt, und nutzt dabei das Fehlen mieterspezifischer Zugangskontrollen aus. |
So erkennen Sie Versuche, zu dicht aufzufahren
Die Erkennung ist die erste Verteidigungslinie. Schulen Sie Mitarbeiter und Sicherheitspersonal darin, diese verhaltensbezogenen und körperlichen Warnzeichen zu erkennen:
- Personen, die sich in gesicherten Bereichen aufhalten, ohne einen sichtbaren, gültigen Ausweis zu tragen.
- Personen, die sich ohne ersichtlichen Grund in der Nähe von gesicherten Türen aufhalten.
- Wiederholte Bitten, Türen offen zu halten, insbesondere von unbekannten Personen.
- Personen, die die Rezeption oder die Besucheranmeldung umgehen.
- Nicht einheitliche Dienstkleidung, Dienstausweise oder Ausweisdokumente, die nicht den Standardformaten der Organisation entsprechen.
- Zugriffsprotokolle, die mehrere Einträge aufweisen, die einem einzigen Durchziehen der Ausweiskarte innerhalb eines kurzen Zeitfensters zugeordnet sind.
- Überwachungsaufnahmen, auf denen zwei oder mehr Personen zu sehen sind, die eine durch Ausweisauthentifizierung gesicherte Tür passieren.
- Warnmeldungen des Anti-Passback-Systems weisen darauf hin, dass ein Ausweis für den Zutritt, aber nicht für den Ausgang verwendet wurde – oder umgekehrt –, wodurch die erwartete Abfolge unterbrochen wurde.
So beugen Sie „Tailgating“-Angriffen vor
Um das Risiko des „Tailgating“ zu verringern, ist eine Abstimmung zwischen den Einrichtungen, der IT-Abteilung, dem Sicherheitsdienst, der Personalabteilung und den Endnutzern erforderlich. Eine wirksame Prävention setzt das Zusammenspiel von physischen und digitalen Kontrollmaßnahmen voraus. Nutzen Sie die folgende Checkliste, um Kontrollmaßnahmen zuzuweisen und die Verantwortlichkeit zu stärken.
| Steuerung | Wie es hilft | Eigentümer |
|---|---|---|
| Überprüfung des Ausweises | Stellt sicher, dass nur berechtigte Personen die gesperrten Bereiche betreten | Einrichtungen / Sicherheit |
| Sensibilisierungsschulungen für Mitarbeiter | Verringert den sozialen Druck und stärkt das Vertrauen in die Berichterstattung | Sicherheit / Personalwesen |
| Richtlinien für das Besuchermanagement und die Begleitung von Besuchern | Beschränkt den Zutritt für Auftragnehmer, Gäste und Lieferanten | Ausstattung |
| Überwachung und Überprüfung der Zugriffsprotokolle | Ermöglicht die Aufdeckung, Untersuchung und Sicherung von Beweismitteln | Sicherheit / IT |
| Meldemöglichkeiten für Vorfälle | Bietet Mitarbeitern einen sicheren und klaren Weg, verdächtiges Verhalten zu melden | Personalwesen / Sicherheit |
| E-Mail-Authentifizierung (DMARC, SPF, DKIM) | Reduziert Domain-Spoofing und Identitätsbetrug bei entsprechenden Social-Engineering-Angriffen | IT / Sicherheit |
| Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und -übungen | Erkennt Schwachstellen in den physischen Sicherheitsmaßnahmen, bevor Angreifer dies tun | Sicherheit / Verwaltung |
Wer ist am stärksten von Angriffen durch „Tailgating“ bedroht?
Jede Organisation mit gesicherten Räumlichkeiten ist ein potenzielles Ziel, doch bestimmte Umgebungen sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt:
Rechenzentren stehen ganz oben auf der Liste, einfach wegen dessen, was sich in ihnen befindet: Hochwertige Hardware und direkter Netzwerkzugang machen sie zu einem vorrangigen Ziel. Mantraps und Sensoren gegen das „Tailgating“ sind hier die richtige Wahl, da sich diese Einrichtungen nicht einmal einen einzigen unbemerkten Zutritt leisten können.
Einrichtungen des Gesundheitswesens sind mit einer anderen Art von Risiko konfrontiert. Hohe Besucherfrequenz und HIPAA-regulierte Daten bedeuten, dass sich mehr Menschen über mehr Zugangspunkte bewegen, was einem Angreifer mehr Möglichkeiten bietet, sich unter die Besucher zu mischen. Besuchermanagement und konsequente Mitarbeiterschulungen sind hier wichtiger als physische Barrieren.
Finanzinstitute müssen nicht nur die PCI-DSS-Compliance-Anforderungen erfüllen, sondern verwahren zudem Daten von wirklich hohem Wert, was sie in zweierlei Hinsicht – regulatorisch und finanziell – zu einem attraktiven Ziel macht. Die Überwachung von Zugriffsprotokollen in Verbindung mit CCTV-Analysen liefert Sicherheitsteams den erforderlichen Prüfpfad, falls etwas schiefgeht.
Coworking-Spaces weisen eine strukturelle Schwachstelle auf: Verschiedene Mieter teilen sich gemeinsame Zugangspunkte, wobei die Mieter kaum oder gar keinen Einfluss darauf haben, wer das Gebäude betritt und verlässt. Durch mieterspezifische Zugangsbereiche und strengere Kontrollen am Empfang lässt sich diese Lücke schließen.
Staatliche Einrichtungen haben mit den höchsten Risiken, der nationalen Sicherheit und der Offenlegung vertraulicher Daten zu tun, daher müssen die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend ausgelegt sein: physische Multi-Faktor-Authentifizierung und spezielles Sicherheitspersonal, nicht nur Ausweislesegeräte.
Universitäten und Campusse bilden eine Ausnahme. Ihre offene Kultur und der ständige Besucherstrom stehen einer strengen physischen Sicherheit entgegen, obwohl wertvolle Forschungsdaten oft direkt nebenan lagern. Aufklärungskampagnen und strengere Zugangskontrollen speziell rund um Serverräume sind hier in der Regel wirksamer als pauschale Abriegelungen.
Was tun, wenn Sie den Verdacht haben, dass jemand zu dicht aufgefahren ist?
Sollte ein Mitarbeiter oder ein Sicherheitsmitarbeiter den Verdacht haben, dass ein unbefugter physischer Zutritt stattgefunden hat, befolgen Sie bitte diese Checkliste für das weitere Vorgehen:
- Gehen Sie nicht aggressiv vor: Vermeiden Sie eine direkte Konfrontation mit dem mutmaßlichen Eindringling, um eine Eskalation oder körperliche Gefahren zu verhindern.
- Benachrichtigen Sie unverzüglich den Sicherheitsdienst oder einen Vorgesetzten: Geben Sie Uhrzeit, Ort und eine Beschreibung der Person über den in Ihrer Organisation festgelegten Meldeweg an.
- Angaben zur Erfassung: Notieren Sie die genaue Uhrzeit, den Zugangspunkt, die Personenbeschreibung sowie alle Gegenstände, die die Person bei sich trug.
- Überprüfen Sie die Zugangsprotokolle und Ausweisdaten: Ermitteln Sie, welcher Ausweis am Zugangspunkt verwendet wurde und ob das Protokoll einen einzelnen oder mehrere Zugänge pro Durchzug anzeigt.
- Überprüfen Sie das Überwachungsmaterial: Rufen Sie die Kameraaufnahmen vom betreffenden Zugangspunkt und den umliegenden Bereichen ab, um zu überprüfen, ob ein unbefugtes Betreten stattgefunden hat.
- Überprüfen Sie, ob auf Systeme oder Räume zugegriffen wurde: Überprüfen Sie die Arbeitsplätze auf Anzeichen von Manipulationen, unbefugten Anmeldungen oder angeschlossenen Geräten.
- Setzen Sie die betroffenen Zugangsdaten bei Bedarf zurück: Falls auf einen Arbeitsplatzrechner zugegriffen wurde oder Anmeldedaten möglicherweise kompromittiert wurden, widerrufen und setzen Sie Passwörter und Zugriffstoken unverzüglich zurück.
- Dokumentieren Sie den Vorfall zur Überprüfung der Richtlinien: Halten Sie den gesamten Vorfall schriftlich fest und nutzen Sie ihn als Grundlage für eine Aktualisierung der Sicherheitsrichtlinien oder der Schulungen.
Fazit: Verringerung des Risikos durch zu geringen Sicherheitsabstand
Das „Tailgating“ zeigt, wie schnell fehlgeleitetes Vertrauen zu einem Sicherheitsrisiko werden kann. Was an einer Tür beginnt, kann mit kompromittierten Servern, gestohlenen Zugangsdaten und einer Datenpanne enden, die so schwerwiegend ist, dass sie behördliche Ermittlungen nach sich zieht. Physische und digitale Sicherheit sind keine getrennten Probleme – wenn man nur das eine schützt, ohne das andere zu berücksichtigen, ist man weiterhin gefährdet.
Das Gleiche gilt für E-Mails. Gefälschte Domains, gefälschte Absender und Phishing-Nachrichten nutzen genau diese Lücke im menschlichen Misstrauen aus, wenn die Authentifizierungskontrollen unzureichend sind. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter darin schulen, einen Fremden an der Tür zu hinterfragen, verdient Ihre E-Mail-Domain dieselbe Sorgfalt.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Beispiel für „Tailgating“ in der Cybersicherheit?
Ein typisches Beispiel ist ein Angreifer, der sich als Techniker verkleidet und in der Nähe des Eingangs zu einem Serverraum wartet. Wenn ein berechtigter Mitarbeiter mit seiner Zugangskarte den Raum betritt, schleicht sich der Angreifer hinter ihm hinein. Sobald er drinnen ist, kann er ein schädliches USB-Gerät an einen mit dem Netzwerk verbundenen Computer anschließen oder vertrauliche Zugangsdaten fotografieren.
Was ist der Unterschied zwischen „Tailgating“ und „Piggybacking“ in der Cybersicherheit?
Beim „Tailgating“ geschieht dies ohne Wissen der berechtigten Person; der Angreifer folgt ihr einfach unbemerkt durch eine Tür. Beim „Piggybacking“ lässt die berechtigte Person wissentlich – wenn auch fehlgeleitet – eine andere Person mit hinein. Beide Fälle führen zu unbefugtem physischem Zugang, doch beim „Piggybacking“ wird eher auf Höflichkeit oder sozialen Druck gesetzt als auf Unaufmerksamkeit.
Wie funktioniert „Tailgating“ in der Cybersicherheit?
Ein „Tailgating“-Angriff verläuft in mehreren Schritten: Der Angreifer recherchiert das Ziel, wählt eine Tarnung oder eine Tarngeschichte aus, stimmt den Zeitpunkt seiner Annäherung so ab, dass er mit dem berechtigten Zutritt zusammenfällt, folgt der berechtigten Person durch die gesicherte Tür und nutzt dann seinen physischen Zugang aus, um Systeme zu kompromittieren, Daten zu stehlen oder schädliche Tools zu installieren.
Ist das „Tailgating“ ein Cyberangriff oder ein physischer Sicherheitsangriff?
„Tailgating“ ist zwar ein physischer Social-Engineering-Angriff, führt jedoch häufig zu Cybersicherheitsvorfällen. Sobald der Eindringling Zugang zu Arbeitsplätzen, Servern oder Netzwerkzugangspunkten erhält, wird aus dem physischen Eindringen ein digitaler Angriff, dessen Folgen unter anderem Datendiebstahl, die Installation von Malware, Verstöße gegen Compliance-Vorschriften sowie nachfolgende Phishing- oder Spoofing-Kampagnen umfassen können.
Kann das „Tailgating“ zu Phishing oder zum Missbrauch von E-Mail-Konten führen?
Ja. Durch physischen Zugriff können Angreifer Namen von Mitarbeitern, interne Abläufe, Zugriffsrechte auf Geräte oder Zugangsdaten erfassen, die später für gezielte Phishing-Angriffe, Domain-Spoofing oder „Business Email Compromise“-Kampagnen genutzt werden können. Aus diesem Grund sollten Unternehmen in regulierten Branchen die physische Sicherheit und die E-Mail-Sicherheit als sich ergänzende und nicht als getrennte Aspekte betrachten.
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