Zero-Trust-Sicherheitsmodell

E-Mail-Bedrohungen haben sich über die Übermittlung bösartiger Links und Anhänge hinaus entwickelt, weshalb Unternehmen für ihre E-Mails auf ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell zurückgreifen. Dazu gehört nun auch die Manipulation der Absenderidentität, um die Empfänger zu täuschen und Social-Engineering-Angriffe zu starten. Bei den meisten dieser Angriffe wird keine Malware eingeschleust, und das Fehlen von erkennbarem gefährlichem Material in solchen E-Mails ermöglicht es ihnen, selbst die ausgefeiltesten E-Mail-Sicherheits-Gateways und Abwehrmechanismen problemlos zu umgehen.

Die Finanzinstitute hatten die Hauptlast zu tragen mit 24,9 Prozent der weltweiten Phishing-Angriffe im ersten Quartal 2021. Darüber hinaus entfielen 23,6 Prozent der Angriffe auf soziale Medien, so dass diese beiden Branchen am häufigsten Ziel von Phishing-Angriffen waren.

Infolgedessen benötigen Unternehmen eine Sicherheitsarchitektur, die als Zero-Trust-Sicherheitsmodell bekannt ist und sich dynamisch an die schnell wachsenden Bedrohungen und Hacker anpassen kann, die immer einen Schritt voraus zu sein scheinen.

Was ist das Zero Trust Sicherheitsmodell?

Zero-Trust-Sicherheit ist ein neues IT-Sicherheitskonzept, das im Wesentlichen das Gegenteil des Ansatzes "Vertrauen, aber überprüfen" darstellt. In einem Zero-Trust-Sicherheitsmodell vertrauen Sie standardmäßig niemandem oder nichts und überprüfen stattdessen alles. Das bedeutet, dass Sie die Identität jedes Benutzers, Geräts und jeder Anwendung feststellen und überprüfen müssen, bevor Sie den Zugriff auf Ihr Netzwerk gewähren.

Warum Sie ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell für die E-Mail-Sicherheit benötigen

Ein Zero-Trust-E-Mail-Sicherheitssystem stellt sicher, dass niemand auf Ihre Unternehmensdaten zugreifen kann, ohne sich zuvor durch mehrere Faktoren zu authentifizieren - viel stärker als nur durch einen Benutzernamen und ein Passwort.

Ein solides E-Mail-Sicherheitssystem umfasst vier wichtige Funktionen, um Sie zu schützen:

  • E-Mail-Authentifizierung ist der erste Schritt im Zero-Trust-Sicherheitsmodell für schlechte E-Mails. Sie bietet eine Möglichkeit, zu überprüfen, ob der Absender einer E-Mail derjenige ist, der er vorgibt zu sein. Zwar ist keine einzelne Lösung zu 100 % wirksam, aber die Implementierung einer Kombination aus SPF, DKIM und DMARC schützt Sie vor den meisten bekannten E-Mail-Angriffen.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung: Die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihre E-Mails ist in der heutigen Zeit unerlässlich. Dabei wird eine Textnachricht oder eine mobile Push-Benachrichtigung an Ihr Telefon gesendet, um zu bestätigen, dass Sie es sind, wenn Sie sich bei Ihrem E-Mail-Konto anmelden.
  • Passwort-Verwaltung: Sie können alle Ihre Passwörter an einem Ort speichern und sie mit einem einzigen Klick eingeben. Außerdem sind sie verschlüsselt, so dass niemand sie sehen kann. Stellen Sie sicher, dass Ihre Passwörter nicht auf Ihrem System oder Mobilgerät gespeichert sind, um zu verhindern, dass böswillige Akteure Zugang zu ihnen erhalten, wenn sie sich in Ihr System hacken.
  • E-Mail-Verschlüsselung: Eine leistungsstarke Verschlüsselung verschlüsselt Ihre Nachrichten, so dass nur die vorgesehenen Empfänger sie lesen können.

Wie baut man ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell für seine E-Mails auf?

E-Mail-Authentifizierungsprotokolle ermöglichen es Ihnen, Ihre Identität gegenüber Ihren Empfängern nachzuweisen. 

Die drei wichtigsten E-Mail-Authentifizierungsprotokolle bilden die Grundlage für ein Zero-Trust-Sicherheitsmodell für Ihre E-Mails:

  • Sender Policy Framework (SPF): SPF ist eines der primitivsten E-Mail-Authentifizierungsprotokolle, das auf dem Markt eingeführt wurde. Wenn Sie im DNS einen SPF-Eintrag hinzufügen, legen Sie fest, welche(r) Server E-Mails im Namen Ihrer Domäne senden darf.
  • DomainKeys Identified Mail (DKIM): Dieses Protokoll verwendet ebenfalls einen DNS-Eintrag mit einem öffentlichen Schlüssel, um alle von Ihrer Domäne gesendeten Nachrichten zu signieren. Der öffentliche Schlüssel kann von jedem, der Ihre Nachricht erhält, validiert werden, und er kann damit überprüfen, ob die Nachricht wirklich von Ihrer Domäne gesendet wurde oder nicht.
  • DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance): DMARC baut auf beiden Protokollen auf und bietet spezifische Leitlinien für den Umgang mit Nachrichten, die die Authentifizierungsprüfungen nicht bestehen, um Phishing zu verhindern.

Neben der E-Mail-Authentifizierung müssen Sie für ein narrensicheres Zero-Trust-Sicherheitsmodell Folgendes einbeziehen:  

1. Festlegung eines Grundstocks von Sicherheitsmaßnahmen

Der erste Schritt beim Aufbau eines Zero-Trust-E-Mail-Sicherheitsmodells ist die Festlegung einer Basis von Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört die Implementierung von Technologien wie Verschlüsselung, Malware-Erkennung, Data Loss Prevention (DLP) und sichere E-Mail-Gateways (SEGs). 

2. Abbildung der Transaktionsflüsse

Der nächste Schritt besteht darin, alle Transaktionsströme zwischen internen und externen Benutzern zu erfassen. Bestimmen Sie dann, welche Zugangsarten die Benutzer benötigen und welche nicht. 

3. Aufbau eines Zero-Trust-Netzwerks

Und schließlich ein "Zero Trust"-Netzwerk, das vom schlimmsten Fall ausgeht: dass ein Angreifer sich Zugang zum Netzwerk verschafft hat. In dieser Art von Netzwerk müssen alle Anfragen überprüft werden, bevor der Zugriff auf Ressourcen oder Dienste gewährt wird. 

4. Erstellen Sie die Zero Trust Policy

Die Schaffung einer Zero-Trust-Umgebung bedeutet die Erstellung einer Zero-Trust-Richtlinie. Dies beginnt mit der Identifizierung Ihrer Anlagen und der Erstellung eines Anlageninventars, das alle Hosts, Geräte und Dienste umfasst. 

5. Überwachung und Wartung des Netzes.

Ihr Netzwerk ist immer angreifbar, wenn sich jemand böswillig Zugang verschafft. Stellen Sie daher sicher, dass Sie es ständig überwachen und seine Sicherheit mit einer Lösung vor Ort oder in der Cloud aufrechterhalten, die Sie alarmiert, wenn etwas schief läuft.

Unternehmen leiden unter den Risiken, wenn sie kein Zero-Trust-Sicherheitsmodell implementieren.

Es mag wie ein Klischee klingen, aber leider ist es wahr: Unternehmens-E-Mails sind nach wie vor der wichtigste Vektor für Cyberangriffe. Solange dies der Fall ist, sind Unternehmen, die bei der E-Mail-Sicherheit keinen "Zero-Trust"-Ansatz verfolgen, zahlreichen Risiken ausgesetzt. Hier sind nur einige von ihnen:

Zero-Day-Phishing-Angriffe

Wenn ein Mitarbeiter einen Link oder Anhang in der Nachricht öffnet, könnte Malware auf sein Gerät heruntergeladen und die IT-Infrastruktur Ihres Unternehmens gefährdet werden.

Risiken für den Ruf der Marke

Es kann auch dem Ruf Ihrer Marke schaden, wenn Kunden sehen, dass Sie gehackt wurden. Sie könnten Kunden verlieren, wenn diese denken, dass ihre Daten bei Ihnen nicht sicher sind, oder annehmen, dass Ihr Unternehmen nicht professionell genug ist, um seine Sicherheitsprotokolle zu pflegen!

Domain-Spoofing-Angriffe

Domänen-Spoofing-Angriffe beziehen sich auf die Fälschung von Domänennamen, bei der sich ein Angreifer als Domäne einer vertrauenswürdigen Organisation ausgibt, um in deren Namen bösartige Informationen zu versenden. Bei dieser Methode können Angreifer E-Mails versenden, in denen sie sich als leitende Angestellte eines Unternehmens ausgeben und um sensible Informationen oder Überweisungen bitten.

Kompromittierung von Geschäfts-E-Mails

BEC ist ein globales Problem, das von Jahr zu Jahr ausgefeilter und komplexer wird. Das FBI schätzt, dass BEC-Angriffe Unternehmen seit Oktober 2013 mehr als 12 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Hacker erfinden ständig neue Wege, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen und Menschen dazu zu verleiten, Geld auf falsche Konten zu überweisen, wertvolle Informationen kostenlos zu versenden oder einfach notwendige Daten zu löschen.

Letzte Worte

Es führt kein Weg an der Wahrheit vorbei: Die E-Mail-Infrastruktur Ihres Unternehmens muss geschützt werden. Die alte Verteidigungsstrategie, sich von außen zu schützen, ist nicht mehr wirksam. Ein wesentlicher Grund, warum das Zero-Trust-Sicherheitsmodell zwingend erforderlich ist, besteht darin, dass Ihr Unternehmen von innen heraus geschützt werden muss. 

Für alle Domains und Subdomains empfehlen wir die Implementierung einer wirksamen DMARC-Richtlinie mit unterstützenden SPF- und DKIM-Implementierungen. Die Filterung ausgehender Nachrichten, einschließlich DLP und sogar Malware-Analyse, wird ebenfalls empfohlen.